Am gestrigen 28.12.2018 war ich zu Gast bei der U16 der JSG Heidenau/Holvede-Halvesbostel.
Ich hatte einen alten Bekannten, Nils M., gefragt, ob einer seiner Mannschaften Interesse hätte, an einem Videodreh teilzunehmen und sich bgzl. Athletiktraining etwas zeigen zu lassen. Ich freute mich sehr, dass eine U16 Mannschaft zugesagt hatte. Die Jungs freuten sich auf den Videodreh und ich mich auch. Beste Voraussetzungen für ein tolles Training, was nun am gestrigen Freitag in der Sporthallte im niedersächsischen Heidenau stattfand.
Ich besorgte am Morgen noch etwas Obst und Schokolade für die Jungs, bevor ich dann um 10:20h vor der tollen, großen, neuen Sporthalle in Heidenau stand und schon mal das Trainingsmaterial vor die Hallentür stellte.
Es war nicht viel aufzubauen, aber die halbe Stunde reichte doch gerade bis alles fertig angerichtet war für das Lauf-ABC, die Koordinations-, Kraftübungen und Sprünge.
Vor meinen Trainingseinheiten oder Spielen bin ich fast immer wie in einem Tunnel. Ich mag in dem Moment nicht gerne viel reden und konzentriere mich vollends auf das, was ich mit dem Team vorhabe.
Sehr überrascht war ich von den Trainern und Jungs, die mich alle sehr freundlich begrüßten. Das ist nicht oft der Fall, da meistens die Schüchternheit überwiegt. 😉
Ich startete unsere Videosession mit einem Foto (mit Selbstauslöser, worüber wir sehr lachen mussten…) von uns allen und sagte ein paar Worte zum Ablauf und fragte ab, was die Jungs über das Athletiktraining wußten.
Wir stiegen ein in das Lauf-ABC, wo einigen Jungs und den Trainern schnell klar und vor Augen geführt wurde, wo genau es bei jedem einzelnen noch hapert, Stichwort: Beweglichkeit!
Danach machten wir einige Beweglichkeitsübungen und gingen weiter zu den Koordinationsübungen.
Weiter ging es dann mit ein paar Sprung- und Kraftübungen, bis wir nach 3,5 Stunden alles Geplante im „Kasten“ und aufgezeichnet hatten.
WAHNSINN!!! Es war sehr anstrengend, die Konzentration aufrecht zu erhalten, das bemerkte ich bei den Jungs, aber, sie haben alle sehr gut mitgemacht, wollten ja auch alle ins Video 😉
Den Trainern und Jungs danke ich sehr für Ihre Geduld und die Möglichkeit, die sie mir gegeben haben, mit Ihnen mal ein Athletiktraining zu absolvieren. Natürlich danke ich auch den Eltern und dem Trikotsponsor für die Erlaubnis.
Es war wirklich ein tolles, auf jeden Fall auch sehr langes Training, was viel Spaß gemacht hat.
In naher Zukunft werde ich die Videos online stellen. Also, stay tuned!

Beweglichkeit ist die Basis jeglicher sportlicher Betätigung!
Am Ende eines Fußball- oder Athletiktrainings oder auch zu Hause sollten die Kinder und Jugendlichen also immer auch ein wenig für die Beweglichkeit tun, z. B. in Form der Übungen in diesem Video.
Heutzutage haben die Kinder sehr lange Schulzeiten und sitzen viel zu lange. Ich bemerke eine Tendenz, dass viele Menschen nicht mehr aufrecht gehen können, sie bekommen sogar Rückenschmerzen, dass kommt oftmals durch eine Verkürzung ihrer Hüftbeuger-Muskulatur. Dagegen lässt sich einiges tun, vor allem dehnen und Faszientraining.

Das Athletik- bzw. das Fußballtraining kann man mit dem Lauf-ABC beginnen. Dieses ist ein Ausschnitt eines möglichen Lauf-ABCs, welches passend für die E-Junioren ist, aber selbstverständlich für ältere Jahrgänge erweiterbar ist. Zu achten wäre auf eine gerade Körperhaltung, das Anspannen der Bauchmuskulatur und das langsame Beginnen am Anfang des Erlernens dieser Übungen. Erst langsam, später schneller, wenn die Übungen richtig ausgeübt werden können.

Ich empfehle die Ziele des Athletiktainings dem Alter der Juniorenteams entsprechend anzupassen.
Hier ein Vorschlag meinerseits:
  • Verbesserung aller koordinativer Fähigkeiten
  • Verbesserung der Beweglichkeit eines jeden Spielers
  • ab U10 behutsames „Krafttraining“ in Form von Stabis einführen und ab U14 kontinuierlich aufbauen und erhalten
  • Verbesserung der Schnelligkeit
    • Antritt (1. Schritt, erste 5m)
    • Sprint (über 5-20m)
    • Ausdauer (über 20-30m)
Speziell bedeutet dieses folgende Ziele in den einzelnen Juniorenteams:
U10: Spass an Bewegung, auch fußballfremd, Erlernen von Stabi- & Koordinations-Übungen, Laufstile kennenlernen, erste Sprints über 5m
U11: Spass an Bewegung, auch fußballfremd,Verfestigen von Bewegungsabläufen, Laufstile verfeinern, Erweitern des Übungspools von Stabi- & Koordinations-Übungen, erste Sprints
U12: Intensivieren von Stabi- & Koordinations-Übungen, längere Haltezeiten, erste reine Sprinttrainings, Verbesserung von Sprint, Antritt, Sprintausdauer
U13: Weiteres Intensivieren von Stabi- & Koordinations-Übungen, längere Haltezeiten, Verbesserung von Sprint, Antritt, Sprintausdauer
U14: Erstes „Krafttraining“, Hinzunahme von leichten Gewichten, Miniband, viele Wdh., Sprinttraining einbauen
U15: Krafttraining mit etwas höheren Gewichten, viele Wdh., Sprinttraining einbauen, Start mit Schnellkrafttraining
U16: Start Krafttraining mit mehr Gewicht, Übungen mit mehr und wenigen Wdh., reines Sprinttraining, Schnellkraft aufbauen
U17: Start Maximalkrafttraining, wenig Wdh., intensivieren, reines Sprinttraining, Schnellkraft verbessern
U19: Intensives Maximalkrafttraining, wenig Wdh., intensiv, reines Sprinttraining, Schnellkraft verbessern

Die neuen Trainingsmethoden haben das Fußballspiel seit 2006 stark verändert.
Der Spieler heute ist stärker, schneller, beweglicher, ausdauernder, aktiver.
Erfolgreiche Teams haben ihre körperliche Leistungsfähigkeit stark verbessert.
Weniger erfolgreiche Teams haben Messwerte wie vor vor 30 Jahren (in Bezug auf Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit)
Der große Fokus im Fußball wird gelegt auf: Kraft und Schnelligkeit!
Profi- und leistungsbezogene Clubs legen somit großen Wert auf:
  • Kraft, Stabilität, Mobilität, Balance
Es ist die Basis für intensive Belastung und außerordentliche Leistungsfähigkeit (z. B. im Zweikampf, Schusstechnik, Fußgelenk, Hüfte, Kopfball…)
Zentrale Stütze jeder Bewegung ist hier die tiefe Bauchmuskulatur oder international auch „Core“ genannt.
Beweglichkeit (Mobilität) und Körperbeherrschung (Stabilität) stellen das Fundament jeglicher sportlicher Bewegung dar:

 

 

 

 

 

Im Amateurbereich ist es oft so, dass nicht genügend Geld für besonderes Material zur Verfügung steht oder aber Material vorhanden ist, aber nicht das optimale. Vielleicht weiß auch nicht jeder, was genau er bestellen sollte für ein gutes Athletiktraining.

Daher hier eine kleine Liste der Sachen, die meines Erachtens Sinn machen und vorerst völlig ausreichen im Amateurbereich.

Die Angaben richten sich nach der Gruppengröße, ab 14 Kindern lieber doppelter Aufbau, damit es nicht zu langen Warteschlangen kommt.

Im Minibereich:

  1. kleine Hütchen in vier Farben, mindestens 12-15 Stk. pro Farbe (mit vier farbig und gut sortierten Hütchen kann man schon sehr viel anfangen)
  2. Ringe oder SKLZ Agility Ladder 10 Stk.

Im Kinderbereich zusätzlich:

  1. große Hütchen in vier Farben, ca. 8-10 Stk. pro Farbe
  2. SLKZ Agility Ladder 10 Stk. (ich nehme inzwischen lieber die Agility Ladder von SLKZ, da sie vielseitiger einsetzbar ist also die gute alte Koordinationsleiter)
  3. kleine und große Hürden je 6 Stk.
  4. Seile zum Seilspringen 10 Stk.
  5. Minibands 10-20 Stk.
  6. Medizinbälle 10 Stk. 3 kg – 5 kg

Im Jugendbereich zusätzlich:

  1. Kettlebells ab 6 kg – 24 kg oder Langhanteln mit Gewichten
  2. Sprungboxen zum Drauf- und Herunterspringen ab 50cm-85cm
  3. Airex-Matten für alle
  4. Faszienrollen, z. B. von Blackroll für alle (sollte sich jeder Spieler selbst besorgen)
  5. Yogamatten für alle

Grundstruktur des Athletiktrainings

Grundsätzlich ist es schwieriger im Amateurbereich, das Athletiktraining so zu gestalten, wie man es gelernt hat bzw. wie es professionell funktioniert. ABER, der Aufbau der Trainingseinheiten sollte schon eine bestimmte wiederkehrende Grundstruktur haben.
Ich baue meine Trainingseinheiten immer wie folgt auf.
Die Einheiten müssen nicht immer zwangsläufig alle Komponenten beinhalten, aber Du solltest darauf achten, die Struktur einzuhalten:
  1. Aufwärmen – allgemeine Vorbereitung auf das Training, Erhöhung der Körpertemperatur
  2. Movement Preps – Aktivierung der Muskulatur und des zentralen Nervensystems
  3. Sensomotorik – Tiefenwahrnehmungs-Schulung
  4. Mini-Band -Kräftigungsübungen
  5. Lauf-ABC – Lauftechnik-Schulung
  6. Sprung-ABC – Sprungtechnik-Schulung
  7. Schnelligkeit – Sprinttechnik, Koordination, Quickfeet
  8. Krafttraining – Muskelaufbau mit Gewicht, Stabilisationsübungen mit eigenem Körpergewicht
  9. Ausdauer – Grundlagen- und wettkampfspezifische Ausdauer
  10. Beweglichkeit – inklusive Dehnen
  11. Regeneration – Auslaufen, Entspannung, Faszientraining