Am 25.04.2020 und 26.04.2020 habe ich zum ersten Mal (aufgrund der Corona-Krise) ein „sportliches“ Online-Seminar (mit zoom) gehabt. Eigentlich sollte es ein Präsenzseminar sein, zwei Tage in Bonn. Warum buche ich ein Präsenzseminar? Um vor Ort Kontakte zu knüpfen, mich auszutauschen, am eigenen Körper Übungen zu spüren, mitzumachen.

Zum Glück wurde es nicht komplett abgesagt oder verschoben, wie mein zweites Seminar Neuro Mobility, welches jetzt im Juni stattfinden soll.

ABER, zwei Tage von 09:30-17:00h stramm am PC sitzen… Gut, es gab kleine Pausen bzw. eine Mittagspause, aber dennoch war es wirklich sehr anstrengend, dem Dozenten zu folgen.

Der Dozent war kein geringerer als die deutsche Koryphäe Lars Lienhard. „Learn from the best!“ war mein Motto, deshalb habe ich dieses teure Seminar bei dem Perform Better Institute gebucht.

Er ist der derzeit angesagteste und kompetenteste Neuroathletiktrainer Deutschlands und arbeitet in der Elite mit Spitzensportlern. Genau nach meinem Interesse 😉

Ja, was ist das Fazit nach zwei Tagen Online-Seminar, ohne selbst viel gemacht zu haben?

  1. ich habe zu wenig selbst gemacht, mitgemacht, nachgeahmt, sodass ich glaube, dass vieles schnell in Vergessenheit gerät
  2. ich bin wahnsinnig begeistert von der Materie, von dem was wir mit dem Nervensystem alles tun können, um noch mehr Leistung aus uns herauszuholen bzw. Blockaden und Schmerzen schneller, einfacher, anders zu lösen als bisher.
  3. Ich habe die Materie aufgesogen und würde am liebsten sofort noch ein Praktikum bei Lars hinterher schieben 🙂 Es war toll!
  4. Unser Körper ist so faszinierend, sehr viele wissen es nicht, beschäftigen sich kaum mit dem eigenen Körper oder haben kein Interesse. Ihnen entgeht gewaltig etwas.
  5. Ich hatte schon gutes Vorwissen durch meinen Vortrag bzgl. sensomotorischem Training, aber nach dem Seminar ist das Level nochmals angehoben und mein Standpunkt nochmal verschoben worden. Die Wissenschaft und Dinge haben sich wieder verändert.
  6. Der Gleichgewichtssinn, der nicht gleichzusetzen ist mit der Balance ;-), ist einer der wichtigsten Sinne überhaupt, neben dem propriozeptiven System.
  7. Das Training der Augen hat für mich einen ebenso höheren Stellenwert bekommen wie das Training des Gleichgewichtssinns. Beides hatte ich bereits in mein Training einfließen lassen, jetzt wird es jedoch stärker integriert.
  8. Generell, bevor das Training mit einem Team oder Sportler startet werden verschiedene Assessments/Prüfungen gemacht, um Defizite festzustellen. Diese Assessments sind deutlich anders als die des normalen Athletik- oder Fußballtrainings. hier geht es nicht direkt um Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, sondern mehr um Schmerzniveaus, Bewegungsqualität und -ausführung, Ganganalysen, Gelenkstellungen, etc.
  9. Nach dem sensorischen Vorbahnen, was ich auch bereits in meinem Training integriert habe, werden die Rahmenbedingungen optimiert und Gelenke isoliert trainiert. Könnt Ihr bewusst Euer Hand-, Fuß- oder Hüftgelenk bewegen? Ich habe es als sehr schwer empfunden zu spüren, wo wirklich das Gelenk sitzt.
  10. Ach, und was ebenso wahnsinnig faszinierend ist, ist das Hinzunehmen von Übungen für die Zunge und die Stimmbänder. Verrückt! 70% schnelleres motorisches Lernen, wenn die Zunge unter Strom gesetzt wird… oder durch Vibration/Reibung der Haut oder Körperpartie
  11. Auch das Trainieren der gegenüberliegenden Gelenke „Opposing Joints“ ist beeindruckend. Z. B. wenn ich Probleme mit dem linken Kniegelenk habe, sollte ich mir mal den rechten Ellenbogen ansehen, bei der Schulter, die Hüfte, bei den Fingern, die Zehen, etc.

Alles in allem ein empfehlenswertes Seminar mit qualitativ sehr gutem Inhalt durchgeführt von einem sehr kompetenten Dozenten Lars Lienhard.

Vielen Dank für die Organisation.